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Soziale Stadt Gallus

Integriertes Erneuerungsverfahren nach dem Bund-Länder-Programm
"Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf
- die soziale Stadt" (§ 171e BauGB)


Stadterneuerung

Stadtteil:




Abgeschlossen:
2016

Planungsanlass
Der Stadtteil Gallus wurde Ende 2001 in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die Soziale Stadt“ aufgenommen. Als Stadtteil mit einer überwiegend industriell geprägten Entstehungsgeschichte ist das Gallus besonders vom Strukturwandel betroffen. Anlass für die Auswahl als Gebiet der Sozialen Stadt war der Mangel an gewerblichen Arbeitsplätzen, die Konzentration von sozial Benachteiligten, insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund (ca. 41,5 %) sowie von gering qualifizierten Arbeitnehmern. Starke Umweltbelastungen durch die zahlreichen Verkehrstrassen, der Mangel an öffentlichen Grün-, Frei- und Spielflächen sowie Modernisierungsrückständen in Wohnungsbestand und Umfeld prägten das Viertel. Neue städtebauliche Entwicklungen, wie das nördlich angrenzende Europaviertel sollten durch die  „Soziale Stadt Gallus“ sozialverträglich abgefedert positiv genutzt werden.

Planungsgebiet
Das Projektgebiet „Soziale Stadt Gallus“ umfasst eine Gesamtfläche von ca. 284 ha und ist heute (2015) mit rund 32.000 Einwohnern einer der größten Stadtteile Frankfurts. Es liegt im westlichen Kernbereich der Stadt und ist gekennzeichnet durch seine historisch gewachsene Lage zwischen dem ehemaligen Güterbahnhofsareal im Norden ( heutiges Europaviertel) und dem Hauptbahnhofsvorfeld im Süden. Durch die Lage zwischen den beiden Eisenbahnanlagen siedelten sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Produktionsbetriebe an und das Gallus entwickelte sich zu einem prosperierenden und innovativen Industriestandort. Neben Flächen für Industrie- und Gewerbebetriebe entstanden ab 1900 dicht bebaute Arbeiterwohnquartiere sowie in den 20er/30er und 50erJahren die Hellerhofsiedlung und Friedrich-Ebert-Siedlung. Neben dem signifikanten Mangel an öffentlich nutzbaren Grünräumen bzw. Spiel- und Aufenthaltsflächen zeigen die sozialräumlichen Strukturdaten nach wie vor die Problemlagen eines großen Teils der Bewohnerschaft im Gallus.

Planungsziel
Für die Stadt Frankfurt am Main bestand die Chance, den Stadtteil Gallus über den integrativen Ansatz des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt nicht nur städtebaulich zu erneuern und die lokale Wirtschaft zu stärken, sondern auch sozial zu stabilisieren und die lokale Identität und die interkulturelle Integration zu fördern.

Projektverlauf   
Im Vorgriff auf das IHk wurden erste Projekte umgesetzt, wie z.B. der "Europaspielplatz" am zukünftigen Europaviertel. 2003 eröffnete das Stadtteilbüro "Soziale Stadt Gallus" in der Frankenallee mit Quartiersmanagement und Projektsteuerung. Das Stadtteilbüro ist bis heute Anlauf- und Informationsstelle für alle interessierten Bewohner. Kurz danach wurde mit der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes (IHk) begonnen, das die Situation im Stadtteil beschreibt sowie Handlungsansätze und Ziele für das Erneuerungsverfahren entwickelte. Mit intensiver Beteiligung des 2004 gegründeten Stadtteilbeirats „Soziale Stadt Gallus", einem ehrenamtlichen Gremium aus Bewohnern sowie Vertretern der wichtigsten Institutionen, wurde das IHk abgestimmt und im Juli 2006 durch die Stadtverordneten beschlossen. Es folgten erste Projekte wie die Kletterwand in der Sporthalle der Paul-Hindemith-Gesamtschule (Oktober 2004) sowie die  Umgestaltung des Innenhofes der Seniorenbegegnungsstätte Hellerhofsiedlung mit intensiver Beteiligung der anwohnenden Senioren nach nur 6 Monaten Planungs- und Bauzeit.

Ab 2006 kamen weitere Projekte hinzu wie der „Spielplatz Anspacher Straße“ (Sommer 2007), der Bolzplatz Galluspark 2 (Oktober 2007) ebenso wie der Kioskcontainer „Cafe Pause" als Vorläufer zu dem heutigen gemeinnützigen Stadtteiltreffpunkt  „Quartierspavillon Quäkerwiese".
Zuvor wurde der Alleenbereich der Frankenallee zwischen Schwalbacher und Fischbacher Straße neu gestaltet und erhielt erstmalig eine Beleuchtung (März 2008) sowie attraktive Plätze an den Kopfpunkten und vor der Friedenskirche. Ergänzend wurden die Kreuzungen als Tempo 30 Bereiche umgebaut (März 2010).
Die weitere Neugestaltung der Frankenallee bis zur S-Bahnstation Galluswarte wird in 2015 erfolgen.
Die Gebäude der Gewerbebrache „Teves – West“ wurden modernisiert und für neue Nutzungen geöffnet. Ähnlich einem „soziokulturellem Zentrum“ stehen dem Stadtteil nun Angebote hinsichtlich Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung, ein Restaurant / Café, Theaterkultur, Künstlerateliers sowie ein Boxcamp offen.
Parallel wurden von 2004- 2012 zahlreiche soziale Projekte zur Stabilisierung des Zusammenlebens und zur Verbesserung im Stadtteil so der Bildungs- und Berufschancen der Menschen im Gallus durchgeführt.

Eine „Imagekampagne“ des Gewerbevereins und Vertretern ansässiger Unternehmen half 2008 die Qualitäten des Stadtteils Gallus auch gegenüber der Gesamtstadt Frankfurt positiv zu positionieren.

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