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Förderprogramm Innenstadt Höchst

Revitalisierung der Innenstadt Höchst als Wohn- und Geschäftsstandort

Thema:
Stadterneuerung, Gewerbe
Stadtteil: Ortbezirk:
6
Gebietsgröße:
Rahmenplangebiet rund 57 ha
Kontakt:

Frau Anne Lederer
Telefon: +49 (0)69 212 34403
Telefax: +49 (0)69 212 30731


Aktuelles

Ankündigung Designparcours Höchst © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
Veranstaltung

15. Höchster Designparcours

Zeitraum:
30.11.2019 bis 01.12.2019
Veranstaltungsort:

Frankfurt am Main - Höchst
Innen- und Altstadt


Projektbeschreibung

Planungsanlass
Der Stadtteil Höchst ist noch vielen bekannt durch den Industriepark des ehemaligen Konzerns Hoechst AG. Doch Höchst hat noch vieles mehr zu bieten! Der Stadtteil hat eine lebendige Altstadt mit der größten geschlossenen Fachwerkbebauung Frankfurts, die seit 1972 unter Denkmalschutz steht. Vom Main her betrachtet präsentiert sich der Stadtteil mit Schloss und Stadtmauer, Justinuskirche und Bolongaropalast mit einem historischen Ensemble einer bis 1928 selbstständigen Stadt. Bedingt durch verschiedene Faktoren leidet aber Höchst unter einem Bedeutungsverlust, der auch mit wirtschaftlichen Einbußen einhergeht. Die Konkurrenz des expandierenden Main-Taunus-Zentrums, der Wegzug der Kreisverwaltung und die Verlagerung des Haupttores des Industrieparks nach Süden haben hierzu beigetragen. Höchst bietet Qualitäten als Wohn- und Geschäftsstandort, die es vor dem Hintergrund der aktuellen Stadtentwicklung zu schützen und auszubauen gilt.
Mit dem Rahmenplan wurden daher - ausgehend von Strukturuntersuchungen des Stadtteils - die Bindungen, die Mängel und die Chancen von Höchst herausgearbeitet. Der Rahmenplan diente als Grundlage für das 2006 von der Stadt Frankfurt am Main beschlossene kommunale Förderprogramm Innenstadt Höchst. Nach 10-jähriger Laufzeit wird das Förderprogramm seit 2018 mit einer Verlagerung der Schwerpunkte für weitere fünf Jahre fortgesetzt.

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 21.06.2018 die „Richtlinien zur Förderung der Umgestaltung von gewerblichen Erdgeschosszonen sowie der Aufwertung des Geschäftsumfeldes in der Innenstadt Höchst“ beschlossen und die bestehenden Förderrichtlinien für die Bezuschussung der Modernisierung des Wohngebäudebestandes ersetzt.

Planungsgebiet
Das Plangebiet wird begrenzt durch die Leunastraße im Westen, durch den Main bzw. die Nidda im Süden, durch die Russinger- und die Bolongarostraße im Osten sowie die Ludwig-Scriba-Straße und die Gleisanlagen im Norden.

Planungsziele
Ziel bei der Fortsetzung des Förderprogramms ist es, die Innenstadt Höchst in ihrer zentralen Funktion im Bereich Einzelhandel/Gewerbe/Dienstleistung zu stärken und die Qualität als Wohn- und Geschäftsquartier für breite Kreise der Bevölkerung zu steigern.
Neben der zentralen Funktion als wirtschaftliches Zentrum sind dabei folgende Funktionen von besonderer Bedeutung:
• Identifikationsort
• Kultureller Mittelpunkt
• Ort der Begegnung, Integration und Kommunikation
• Mobilitätsknotenpunkt
• Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben

Über finanzielle Anreize in bauliche Investitionen sollen erdgeschossige Gewerbeflächen attraktiver gestaltet, bewährte Nutzungen verstetigt und Leerstand beseitigt werden. Mit den Investitionen soll zur Erhaltung wertvoller Bausubstanz und zur Aufwertung des städtebaulichen Erscheinungsbilds der Immobilien sowie zur Stärkung des Geschäftsumfeldes beigetragen werden.
Neben den Zuschüssen für Maßnahmen zur Umgestaltung von gewerblich genutzten Erdgeschosszonen werden Maßnahmen im öffentlichen Raum, die zur Aufwertung des Geschäftsumfeldes beitragen und Gemeinschaftliche Aktivitäten, die das Image der Innenstadt Höchst verbessern, gefördert.

Projektverlauf 
Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahre 2000 war der Magistrat beauftragt, den Rahmenplan aus dem Jahre 1990 zu aktualisieren. Als Grundlage für eine solche Planung wurden ein Stadtteilverkehrsplan und ein Parkraumbewirtschaftungskonzept erstellt. Der Rahmenplan wurde 2006 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Gleichzeitig wurde ein Förderprogramm von 21 Millionen Euro für das Rahmenplangebiet beschlossen, mit dem Wohnungsbau- und Modernisierungsmaßnahmen gefördert werden sollen. Hierfür wurden 2007 Förderrichtlinien aufgestellt, die im Februar 2008 beschlossen wurden.

Die Beratung der privaten Bauwilligen vor Ort erfolgte von 2008 bis 2018 durch die beauftragte Architektin, Frau Lotte Plechatsch. Insgesamt wurden die Eigentümer von rund 400 Liegenschaften beraten. Dies führte zu 281 Bewilligungen mit einer Gesamtbewilligungssumme von ca. 9,3 Mio. Euro.

Im Zeitraum 2008 – 2011 nahm die Stadt Frankfurt am Main mit dem Stadtteil Höchst an dem EU-Projekt MANDIE 2008 – 2011 teil, welches die Förderung und Reaktivierung von Stadtteilzentren zum Ziel hatte.

Von April 2012 bis Juli 2017 war die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft GmbH mit ihrer Marke NH ProjektStadt beauftragt, das Projekt als Quartiersmanager zu betreuen. Das Leitbild dafür war die Entwicklung eines multifunktionalen Stadtteilzentrums mit den Handlungsfeldern Versorgung, Wohnen, Arbeiten, Leben, Kultur und Freizeit. Zahlreiche Maßnahmen, wie z.B. die Einrichtung eines Tourismusbüros oder die Belebung der Mainmühle mit einem Café, wurden in dieser Zeit umgesetzt. Aktionen wie ein Postkartenwettbewerb und der halbjährlich stattfindende Designparcours haben wesentlich zur Imageverbesserung des Stadtteils beigetragen.

Zwar konnten durch die Förderung große Erfolge verzeichnet werden, doch weist die Innenstadt Höchst noch strukturelle Missstände auf. Auf Grundlage einer Evaluation wurde daher beschlossen, das Förderprogramm um weitere fünf Jahre zu verlängern und erneut städtische Fördermittel in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Nach einem europaweiten Vergabeverfahren hat die ProjektStadt gemeinsam mit dem Büro ammon + sturm den Zuschlag für die Durchführung des Stadtteilmanagements und der Modernisierungsberatung Innenstadt Höchst erhalten. Das Kernprojektteam, bestehend aus Dr. Jürgen Schmitt und Jenny Nußbaum von der ProjektStadt und Frank Ammon von ammon + sturm, steht zur Beratung im Stadtteilbüro in der Bolongarostraße 135 zu festen Sprechzeiten zur Verfügung.

 

Zur Seite der Stadtteilberatung



Publikationen des Stadtplanungsamtes zum Projekt


  • Autobahnbeschilderung, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
  • Ausschnitt: 1. Preis des Postkartenwettbewerbs "Viele Grüße aus Höchst" - höchst*schön, © Stadtplanungsamt Stadt Frankfurt am Main
  • Maßnahmen: Neubau Mehrfamilienhaus im Passivhausstandard, Melchiorstraße 3-5, © Foto: Plechatsch
  • Maßnahmen: Fassaden- und Dachsanierung, Bolongarostraße 129, Höchster Waage, © Foto: Plechatsch
  • Beschilderung Fachwerkstraße seit 2015, © Nassauische Heimstätte
  • Tourist Information in der Antoniterstraße 22 in Höchst, © NH ProjektStadt, Foto: Herr Winkelman
  • Gastronomie an der Mainmühle - umgesetzt 2016, © Nassauische Heimstätte

Mehr Informationen

Stadtteilmanagement und Modernisierungsberatung

Als Zentrum der lokalen Aktivitäten zur Stärkung des Standorts fungiert das Stadtteilbüro Innenstadt Höchst.
Alle Vermittlungs- und Beratungsleistungen des Stadtteilmanagements und der Modernisierungsberatung sind für jedermann offen und kostenfrei.


Stadtteilbüro Höchst, © Nassauische Heimstätte

Aufgabe des Stadtteilmanagements der ProjektStadt ist es, als „Stadtteilagentur“ Räume, Menschen und Ideen zusammenzubringen. Dies umfasst insbesondere folgende Aspekte:

„Stadtteilagentur“ für die Nutzung der Erdgeschoßbereiche

  • Leerstands- und Gewerbeflächenmanagement
  • Unterstützung von Eigentümern bei der Akquisition von Mietern
  • Unterstützung von Ansiedlungsinteressierten bei der Suche nach Räumen
  • Vermittlung von Zwischennutzungen für temporäre Leerstände

Profilbildung/Branding

  • Durchführung eigener Aktionen zur Imageverbesserung
  • Aktivierung von Eigentümern und Gewerbetreibenden zu gemeinschaftlichen Aktivitäten
  • Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Aktivitäten
  • Ansprechpartner für Förderung gemeinschaftlicher Aktivitäten

Dialog und Beteiligung

  • Vor-Ort-Präsenz und Sprechstunde im Stadtteilbüro
  • Funktion als „Ideenbörse“
  • Intensive Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren
  • Beteiligung, Moderation und Konfliktmanagement

Projektteam Höchst, von links nach rechts: Dr. Jürgen Schmitt (ProjektStadt), Anne Lederer (Stadtplanungsamt), Frank Ammon (ammon + sturm), Jenny Nußbaum (ProjektStadt), © Nassauische Heimstätte

Aufgabe der Modernisierungsberatung ist es, Eigentümer und Gewerbetreibende bezüglich der baulichen Umgestaltung und Aufwertung von gewerblich genutzten Erdgeschosszonen im persönlichen Gespräch zu beraten. Dies umfasst folgende Aspekte: 

 

  • Beratung zu im Bestand erkennbaren, baulichen oder gestalterischen Potentialen und Defiziten (Nutzung, Grundrissorganisation, Erschließung, Konstruktion, Fassadenzustand und –gestaltung).
  • Beratung bezüglich baulicher Veränderungen zur Verbesserung der Funktion als gewerblich genutzte Flächen sowie zur Verbesserung der Barrierefreiheit.
  • Beratung bezüglich Maßnahmen zur Verbesserung des privaten und öffentlichen Umfeldes oder zur Stadtbildpflege.
  • Im Einzelfall Bewertung und Beratung bezüglich technischer und gestalterischer Lösungen hinsichtlich Grundrissorganisation, Materialien, Konstruktion, Detailüberlegungen, Barrierefreiheit, energetischer Optimierung.
  • Beratung bezüglich dem Erfordernis von baurechtlichen, erhaltungsrechtlichen oder sonstigen Genehmigungen sowie bezüglich der Wirtschaftlichkeit und Plausibilität von Maßnahmen.
  • Unterstützung und Beratung bei der Antragstellung von Bauzuschüssen im Sinne des Förderprogramms „Innenstadt-Höchst“ oder anderer Förderprogramme.

Integriertes Handlungskonzept

Vom Stadtteilmanagement wird in einem dialogischen Prozess ein Integriertes Handlungskonzept erstellt, welches neben der Problemanalyse, das Entwicklungsleitbild sowie ein Maßnahmenkonzept mit einer Kosten- und Finanzierungsplanung für den Förderzeitraum enthalten soll.

Zur Zielfindung und Ideensammlung fand am 24.08.2019 eine offene Stadtteilwerkstatt im BiKuZ Höchst statt. Zentrale Fragestellung war dabei: „Wie können wir gemeinsam die Innenstadt-Höchst als Ort entwickeln, der als lebendiges Zentrum für uns alle funktioniert?". Nach einer Einführung durch das Stadtplanungsamt erfolgte eine Erläuterung der Chancen und Schwächen sowie der Entwicklungschancen und -risiken aus Sicht des Stadtteilmanagements der ProjektStadt und der Modernisierungsberatung des Büros ammon+sturm. Anschließend gab es für jeden die Möglichkeit, eine Idee oder ein Thema zur Diskussion in den „Marktplatz der Anliegen“ einzubringen. Die Ideen und Themen wurden dann von Eigentümern, Anwohnern und Vertretern verschiedener Vereine und Institutionen lebendig, kommunikativ und konstruktiv diskutiert.

Nach einer Auswertungsphase und Weiterbearbeitung des Integrierten Handlungskonzepts findet voraussichtlich im Januar 2020 eine nächste Werkstatt mit der Vorstellung und Diskussion der ausgearbeiteten Projektvorschläge statt.


Fassadenleitbild

Als Leitlinie für die Förderung von Aufwertungsmaßnahmen an den gewerblichen Erdgeschossfassaden wird durch die Modernisierungsberatung ein Fassadenleitbild erstellt. Im Leitbild werden anhand von in Höchst vorhandenen Gebäuden gezeigt, welche Umbaumaßnahmen für eine Aufwertung der Ladenfassaden geeignet sind.
Die Überarbeitungen dienten als Grundlage für einen Workshop am 19. Oktober, zu dem alle Gebäudeeigentümer und Betreiber von gewerblichen Nutzungen in Erdgeschossen eingeladen wurden. Anhand der beispielhaft erarbeiteten Bilder wurden geeignete Aufwertungsstrategien diskutiert und ein Leitbild zur Fassadengestaltung formuliert.
Das Leitbild wird Anfang 2020 in einer bebilderten Broschüre veröffentlicht und dient als anschauliche Unterstützung der Beratung zum Förderprogramm.


Designparcours

Das Phänomen des vermehrt auftretenden Leerstands ist in vielen Städten und Stadtteilen offensichtlich. Die Frage, die sich jede Stadt dabei immer wieder stellen muss, ist, wie sich Leerstand vermeiden lässt und welche Möglichkeiten hier zu Verfügung stehen. Hier wird seit einigen Jahren auf die Zwischennutzung von leer stehenden Gebäuden und Räumen zurückgegriffen. Dieses Konzept sieht vor, dass Menschen der Kultur- und Kreativwirtschaft beispielsweise Designer, Fotografen, Künstler etc., leerstehende Räumlichkeiten für ihre Tätigkeiten „zwischen“ nutzen.
 
Als Maßnahme zur Leerstandsbekämpfung und zur Neubestimmung des Standorts wurde erstmalig zum 1. Adventswochenende 2012 der Höchster Designparcours ins Leben gerufen. Er wird für die Kreativen als Chance gesehen, ihr Potenzial und ihre Ideen individuell in einer leer stehenden Ladenfläche zu entfalten und breiten Bevölkerungsschichten zu präsentieren. Ziel ist es gleichzeitig, den Eigentümern das Konzept der Zwischennutzung schmackhaft zu machen und eventuell die eine oder andere Geschäftsidee der Kreativen in den Räumlichkeiten zu verwirklichen. Über mehrere Tage bespielen die Kreativen nicht nur Schaufenster, sondern die gesamte leer stehende Ladenfläche. Der Designparcours gehört mittlerweile zum festen Angebot in Höchst und findet zwei Mal jährlich, im Sommer und im Winter, statt.

Am Wochenende vom 6. und 7. Juli 2019 wurde beim mittlerweile 14. Höchster Designparcours im siebten Jahr ein buntes Angebot an Malerei, Bildhauerei, Mode, Kalligraphie, Fotografie und Keramik geboten. Parallel zum traditionell historischen Altstadtfest präsentierten sich Kreative aus Höchst und dem ganzen Rhein-Main-Gebiet in bereits angemieteten Ateliers und Läden als auch in derzeit leer stehenden Geschäften der Höchster Innenstadt. Beim Sommerparcours wird jedes Jahr ein Höchster Designparcourspreis mit Preisgeldern von insgesamt 1.500 Euro verliehen. Jonas Nitsch, Möbeldesigner aus Darmstadt, erhielt 700 Euro für den 1. Platz, Betty Montarou, Keramik- und Steinzeug-Atelier, Frankfurt am Main, landete mit 500 Euro auf Platz 2. Den dritten Platz im Wert von 300 Euro erhielten Sabine Henry von Cocon.Design aus Oberursel zusammen mit Antje Parra Mora von Trendgeschick aus Frankfurt am Main. 

Der nächste Designparcours ist am 1. Adventswochenende am 30.11. und 01.12.2019.

Verleihung Höchster Designparcours-Preis, © Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, Foto: Marc Strohfeldt