Zeil-Neugestaltung zwischen Liebfrauenstraße und Konstablerwache
Planungsanlass
Die Zeil ist eine der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Leider wies sie 25 Jahre nach ihrer erstmaligen Herstellung als Fußgängerzone inzwischen deutliche Mängel auf. Im Gegensatz zur deutlich besseren Bewertung des Warenangebotes gegenüber den Nachbarstädten wurden inzwischen Einkaufsatmosphäre und Aufenthaltsqualität eher negativ bewertet. Neben den Verschleißerscheinungen an Oberflächen und Mobiliar traten zunehmend auch funktionale Defizite zutage: die Beleuchtung wurde als zu dunkel empfunden und ließ die baulichen Raumkanten außer Acht, es fehlte an Raum zum Flanieren und Bummeln, die an fast jedem Baumschutzgitter angeschlossenen Fahrräder erweckten einen chaotischen Eindruck, es fehlten qualitätvolle gastronomische Einrichtungen, kurzum: der öffentliche Raum auf der Zeil wurde den Anforderungen im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Nutzung und kommerziellen Interessen und zwischen Erlebniswunsch und Entspannungsbedürfnis nicht mehr gerecht.
Die Neugestaltung der Zeil soll ihren zunehmenden Imageverlust auffangen und die öffentliche Diskussion über ihren Zustand beenden.
Planungsgebiet
Die Zeil durchquert als Fußgängerstraße die Innenstadt in West-Ost-Richtung. Der zu erneuernde Bereich liegt zwischen Liebfrauenstraße und Konstablerwache. Zusätzlich erhält der nördliche Gehwegbereich vor dem Kaufhof, zwischen Liebfrauenstraße und der Großen Eschenheimer Straße, eine neue Oberfläche. Der Bereich westlich der Liebfrauenstraße soll grundsätzlich später zusammen mit der Fläche um die Hauptwache herum neu konzipiert werden.
Planungsziel
Mit der Neugestaltung soll die Zeil optisch und funktional aufgewertet werden. Unter Beibehaltung des typischen Gestaltungselementes „Baumzug“, das der Zeil einen hohen Wiedererkennungswert verleiht, wird die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. Mittel hierzu sind die Schaffung von freien Flächen, die Erneuerung von Bodenbelägen und Möblierung sowie ein neues Lichtkonzept.
Gleichzeitig sollen Fortbewegungs- und Ruhezonen sich deutlicher als bisher voneinander unterscheiden und als solche genutzt werden, Sondernutzungen werden stark eingeschränkt. Abgerundet wird das Konzept durch neue Gastronomie-Pavillons und Fahrradabstellmöglichkeiten.
Projektverlauf
Nach einem städtebaulichen Wettbewerb im Jahr 2000 (siehe Unterseite "Planungsgeschichte"), in dem kein erster Preis vergeben wurde, wurden die Planungen im Herbst 2005 wieder aufgenommen. Nach Vorgaben des Zeil-Beirats entwickelten die beiden zweiten Preisträger verschiedene Varianten für eine Neugestaltung. Am 05.07.2007 beschlossen die Stadtverordneten das jetzt umzusetzende Konzept von Schober Architekten, bei welchem der vierreihige Baumzug der Zeil grundsätzlich erhalten wird(Beschlussvorlage siehe: Parlamentsinformationssystem PARLIS / Öffentliche Daten/Auswahl oder Suche nach Vorlagen/Vorlageart: M (Vorträge des Magistrats) Vorlagenummer: 113/Vorlagejahr: 2007).
Im Februar 2008 wurde die technische Ausführungsplanung abgeschlossen und die Baumaßnahmen europaweit ausgeschrieben. Planungs- und baubegleitend sorgt eine Projektsteuerungsfirma für die Koordination der Maßnahmen insgesamt und mit dem zeitgleich ablaufenden Umbau der Großen Eschenheimer Straße. Die Baumaßnahmen finden in der Zeit von Juli 2008 bis voraussichtlich Frühjahr 2010 statt.
Die Neugestaltungsmaßnahmen können aufgrund der schwierigen Logistikbedingungen, der jeweils unterschiedlichen Anforderungen und Bedingungen für Kleinpflaster- und Großplattenbereiche und der parallel laufenden privaten Baumaßnahmen nicht fortlaufend im Block - etwa von West nach Ost - durchgeführt werden. Sie werden in verschiedenen kleineren Bauabschnitten abgewickelt.
PDF-Dateien zum Projekt
Projektleitung
Frau Angelika Kowalewsky
Telefon: +49 (0)69 212 34075
Telefax: +49 (0)69 212 45978


