Degussa-Areal
Planungsanlass
Die 1873 als Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt in Frankfurt am Main gegründete Degussa verlagerte 2001 ihren Hauptsitz nach Düsseldorf und wurde ein Teilkonzern der Essener Evonik Industries AG. Im Jahr 2005 erwarb die Deutsche Immobilien Chancen (DIC) die Grundstücke des Degussa-Areals mit dem Ziel, die Verlagerung der Degussa-Verwaltung für eine grundsätzliche Neuordnung des Areals zu nutzen.
Planungsgebiet
Das Plangebiet umfasst das Gelände zwischen Seckbächer Gasse, Neue Mainzer Straße, Weißfrauenstraße und Untermainkai. Das unter anderem von der Komödie genutzte Gebäude Neue Mainzer Straße 14-18 ist nicht Teil des Plangebietes.
Planungsziele
Das Degussagelände ist eines der wichtigen Entwicklungspotenziale der Innenstadt. Mit seiner Lage am Main an einer der prominenten Stadtzufahrten kommt ihm eine hohe Bedeutung für das Bild der Stadt zu. In seiner heutigen Struktur wird anschaulich deutlich, welche städtebauliche Fehlentwicklung die monostrukturierte Nutzung eines ganzen Altstadtquartiers nach sich zieht. Mit der Einziehung der Schneidwallgasse und eines Teilstücks der Alten Mainzer Gasse entwickelte sich am Rande der Altstadt ein Gebiet, das dem Stadtorganismus heute entzogen ist. Die ausschließliche Büronutzung entspricht nicht der gewünschten urbanen Nutzungsmischung. Die Grundstückseigentümerin (DIC) möchte das Gelände weitgehend neu bebauen. Die vorhandenen Gebäude sollen bis auf die denkmalgeschützte Schlosser-Villa am Mainkai und das Degussahochhaus an der Ecke Weißfrauenstraße / Neue Mainzer Straße abgebrochen werden. Die beiden historischen Gassen sollen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und eine innenstadttypische Nutzungsmischung verwirklicht werden.
Projektverlauf
Im Herbst 2007 wurden die Eckpunkte der städtebaulichen Planung zwischen der DIC und dem Planungsdezernat abgestimmt und gemeinsam vorgestellt. Als neuer städtebaulicher Akzent ist ein 100 Meter hoher Turm vorgesehen, der nahezu in der Mitte des Gebietes angeordnet ist. Zwei weitere, 60 Meter hohe Türme sind im Nordosten und im Südwesten geplant. Die Bruttogeschossfläche (BGF) wird etwa 105.000 m²; betragen. Es ist erklärtes Ziel der Stadtplanung, das Wohnen in der Innenstadt zu entwickeln. Daher sollen auch auf dem Degussagelände Wohnungen entstehen. Der Wohnanteil wird mindestens 20% der BGF betragen. Um eine möglichst hohe Gestaltqualität für das 100 Meter-Hochhaus zu erreichen, wird ein konkurrierendes Planungsverfahren durchgeführt. Aus der vom Architekturbüro KSP vorgelegten städtebaulichen Planung wurde ein Bebauungsplan-Entwurf erarbeitet. Der Bebauungsplan Nr. 867 - Südlich Weißfrauenstraße - ehemals Degussagelände - lag in der Zeit vom 06.05.2009 bis 08.06.2009 öffentlich aus und ist am 18. Mai 2010 in Kraft getreten.

