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Am Martinszehnten

Gewerbe, Städtebaulicher Entwurf

Stadtteil:

Planungsanlass
Anfang bis Mitte der 1990er Jahre hatte die Nachfrage nach Grundstücken für Bürogebäude sowie die allgemeine Entwicklung des Immobilienmarktes in Frankfurt am Main die Gewerbeflächen immens verteuert. Die Konsequenz daraus war, dass insbesondere kleine und mittlere gewerbliche Unternehmen die Preise nicht mehr bezahlen konnten. Die produzierenden Betriebe wurden zugunsten von Verwaltungseinrichtungen sowie der in Teilen städtebaulich gebotenen Nutzungsänderung von Gewerbeflächen zum Wohnen aufgegeben. Vor allem in innerstädtischen und innenstadtnahen Gebieten hatte dies zur Folge, dass dort das Angebot an kostengünstigen Gewerbeflächen erheblich eingeschränkt wurde. Verdrängte, expandierende oder ansiedlungswillige Betriebe aus den Bereichen Handwerk und produzierendem Gewerbe fanden im Stadtgebiet kaum noch geeignete Flächen auf einem angemessenen Preisniveau. Flächen wurden also dringend benötigt, insbesondere für die Gruppe der bereits in Frankfurt am Main ansässigen Betriebe mit Erweiterungsbedarf oder Verlagerungswunsch. Unter ihnen befanden sich viele, die nur über eine kürzere Distanz verlagert werden konnten, da sie ihre Umsätze in einem engeren Standortradius tätigten.
Darüber hinaus sollte eine Erhöhung des Arbeitsplatzangebotes im produzierenden Gewerbe erreicht werden.

Planungsgebiet
Das knapp 87 ha große Areal liegt nördlich von Kalbach und grenzt im Westen an die Autobahn A 5 und im Norden an die Autobahn A 661 sowie das Bad Homburger Kreuz.
Im Zuge der Entwicklungsmaßnahme wurde ein neuer, das Gebiet direkt erschließender Autobahnanschluss gebaut. Weiterhin wird das Gewerbegebiet durch eine Geh- und Radwegbrücke über die Landesstraße "Am Weißkirchener Berg" an den Stadtteil Kalbach angeschlossen. Damit wird die Vernetzung der Wohn- und Arbeitsstandorte im Frankfurter Norden weiter komplettiert.

Planungsziel 
Es soll ein Gebiet mit einem großzügigen Anteil an Grünflächen entstehen. Der Charakter als Gewerbe- und Industriegebiet wird durch den planungsrechtlichen Ausschluss von großflächigem Einzelhandel und selbstständigen Bürogebäuden gesichert. Es wird ein Gebiet sein, in dem sowohl eine Vielzahl lokaler Gewerbetreibender als auch überregional tätiger Unternehmen vertreten sein werden. Hierfür sorgen die gute Verkehrsanbindung und die sehr flexiblen Möglichkeiten der Grundstücksaufteilung.
Insgesamt sollen hier am Ende der Maßnahme über zweitausend Menschen arbeiten.

Projektverlauf
1993 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Voruntersuchungen für das Gebiet Am Martinszehnten für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme. Die Ergebnisse bestätigten, dass die Entwicklung neuer kostengünstiger gewerblicher Bauflächen mit dem Instrumentarium der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme möglich ist.
Im Oktober 1996 erfolgte der Satzungsbeschluss durch die Stadtverordnetenversammlung zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme, im Mai 1997 trat die Satzung in Kraft. Am 29. August 2000 wurde der Bebauungsplan Nr. 804 Am Martinszehnten rechtsverbindlich. 2007 waren die erforderlichen Erschließungs- und Grünanlagen vollständig errichtet; nahezu 75 % der bebaubaren Grundstücksflächen wurden veräußert.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Treuhänder der FAAG (Frankfurter Aufbau AG), der für die Stadt Frankfurt am Main den Grundstücksankauf, die Erschließung und den Grundstücksverkauf durchführt sowie unter: 
www.am-martinszehnten.de.

Projektleitung

Herr Jochen Krehbiehl

Telefon: +49 (0)69 212 36561
Telefax: +49 (0)69 212 30761