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Am Eschbachtal - Harheimer Weg

Städtebaulicher Entwurf, Wohnen





Darstellung in Projektkarte

Planungsanlass
Das Planungsgebiet ist seit langem in Regional- und Flächennutzungsplanung als Siedlungs- und Wohnbaufläche gesichert und damit ein wichtiger Baustein für die zukünftige Wohnraumversorgung Frankfurts.

Im Rahmen einer städtebaulichen Arrondierung des Stadtteils Bonames kann flächensparend attraktiver, neuer Wohnraum geschaffen und durch die Anbindung an die bestehende Stadtbahntrasse können vorhandene Infrastrukturen sinnvoll genutzt und besser ausgelastet werden.

Planungsgebiet
Das Planungsgebiet liegt im Norden der Stadt Frankfurt am Main am östlichen Rand des Stadtteils Bonames.

Die grobe räumliche Abgrenzung erfolgt im Westen durch die bestehende Bebauung von Bonames und im Norden, Osten und Süden durch das Landschaftsschutzgebiet „Grüngürtel und Grünzüge der Stadt Frankfurt am Main“, wobei die Abgrenzung im Nordosten durch die bogenförmig an das Baugebiet angelagerte Ortsrandstraße definiert wird.

Das Gebiet befindet sich teilweise im Bereich der Gemarkungen Nieder-Eschbach, Harheim und Bonames. Die Gesamtfläche des Planungsgebiets beträgt ca. 44,25 ha.

Planungsziele
Mit dem Bebauungsplan Am Eschbachtal - Harheimer Weg sollen im Osten und Nordosten von Bonames Flächen für einen familienfreundlichen Wohnstandort mit eigenen, zentralen Funktionen bereitgestellt werden.

Es soll eine gegliederte und sozial ausgewogene Siedlungsstruktur mit vielfältigen Baustrukturen entstehen und damit auch unterschiedliche Wohnformen ermöglichen. Neben einem Anteil an Einfamilienhäusern in Doppel-, Reihen- und Stadthäusern liegt der Schwerpunkt auf dem Geschosswohnungsbau vor allem in aufgelockerter, um Wohnhöfe gruppierter Blockrandbebauung sowie Punkthäusern.

An sozialer Infrastruktur sind vier über das Gebiet verteilte Kindertagesstätten, im Norden eine Grund- und weiterführende Schule und im Süden eine Feuerwache vorgesehen. Zusätzlich wird die Wohnbebauung in den zentralen Bereichen durch nicht störendes Gewerbe, Läden, Gastronomie, Praxen und Büros ergänzt.

Als zentrales Element verbindet ein großer Quartierspark alte und neue Strukturen miteinander und vernetzt die vorhandenen Freiraumachsen in die freie Landschaft mit den neuen innerhalb des Gebiets. 

Die Erschließung des neuen Baugebietes erfolgt ausschließlich über eine neue Ortsrandstraße. Die vorhandenen Erschließungsstraßen, wie zum Beispiel die Galgenstraße, werden nur für den Fuß- und Radverkehr angebunden. 
Die Ortsrandstraße wird einen Teil des heutigen Durchgangsverkehrs durch Alt-Bonames aufnehmen, so dass sich in der Ortsmitte Bonames insgesamt keine strukturelle Mehrbelastung ergibt.

Die neue U-Bahnhaltestelle an der vorhandenen Stadtbahntrasse (Linien U2 und U9) bietet in Verbindung mit einer Bushaltestelle im neuen Harheimer Weg eine komfortable ÖPNV -Erschließung, die auch für viele der heutigen Bewohner den Weg zur Haltestelle verkürzt.

Planungsverlauf
Die Ursprünge des Bebauungsplanes Nr. 516 Am Eschbachtal - Harheimer Weg gehen zurück auf eine gesamtstädtische Wohnungsbauprogrammplanung aus den 1970er Jahren.

In einer „Work-Session“ im September 1991 wurden in einem intensiven Arbeits- und Diskussionsprozess zwischen Stadtplanern und verschiedenen Architekten alternative städtebauliche Entwürfe entwickelt. Aus diesen Beiträgen fiel die Wahl schließlich auf die Arbeit des kalifornischen Büros Frank Gehry aus Santa Monica, USA. Es folgte eine Überarbeitung des prämierten Entwurfs zur Anpassung an veränderte Realisierungschancen einzelner Teilbereiche sowie die Erfordernisse des Lärmschutzes und der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung.

Das formelle Bebauungsplanverfahren wurde mit dem ersten Aufstellungsbeschluss am 14.11.1991 eingeleitet. Die Veränderung des Geltungsbereichs erforderte einen zweiten Aufstellungsbeschluss im April 1999, die dazugehörige Beteiligung der Bürger fand bereits im Juni 1996 statt. Die erste Trägerbeteiligung wurde vom 23.06.1999 - 13.08.1999 durchgeführt; Plananpassungen erforderten eine zweite Trägerbeteiligung im Juni/Juli 2001. Die Öffentlichen Auslegungen erfolgten parallel zu den Trägerbeteiligungsverfahren.

In den Folgejahren ruhte die Planung u.a. aufgrund der Priorisierung anderer Baugebiete. Im Jahr 2012 wurden die Planungen für das Baugebiet seitens des Magistrats wieder aufgegriffen.

Im Hinblick auf veränderte Anforderungen an technische und soziale Infrastruktur und die aktuelle Wohnungsnachfrage war eine bloße Fortschreibung der bisherigen Planungen nicht mehr angeraten. Daher wurde das Büro BS+ aus Frankfurt beauftragt, den städtebaulichen Entwurf auf Grundlage der aktuellen Rahmenbedingungen unter Beibehaltung prägender Grundstrukturen zu überarbeiten.

Im Herbst 2013 wurde im Haus Nidda in Bonames den Bürgerinnen und Bürgern ein erster Entwurf vorgestellt. Dieser stieß in Teilen der Bevölkerung und bei den Ortsbeiräten auf starke Kritik. Daher wurden von Frühjahr bis Herbst 2015 im Rahmen von vier Planungsgesprächen zwischen lokalen Akteuren, Verwaltung und Politik gemeinsam Ideen für eine Überarbeitung des städtebaulichen Konzeptes ausgelotet.
Daraus resultierte eine Überarbeitung des städtebaulichen Konzeptes, die am 4. November 2015 den Bürgerinnen und Bürgern im Haus Nidda vorgestellt wurde.

Derzeit wird die städtebauliche Dichte für das Baugebiet auf Basis des im vorangegangenen Dialogprozess gefundenen Konzeptes im Hinblick auf einen möglichst schonenden Umgang mit dem Boden überprüft.


Projektleitung

Herr Ingo Lachmann

Telefon: +49 (0)69 212 37617
Telefax: +49 (0)69 212 30761